Spielbericht 16.02.2019

2.Herren BSG Kisdorf Kaltenkirchen gegen TuS Esingen Eagles

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Wenn eine Saison mit dem Ziel begonnen wird, aufzusteigen, dann ist jedes Spiel ein Endspiel. Aber manchmal gibt es Spiele, die sind noch wichtiger. Sei es nun der Highnoon Showdown am letzten Spieltag, bei dem der 1. auf den 2. trifft, und nur der Gewinner aufsteigt, oder ein Spiel von Tabellennachbarn, bei dem der Ausgang des Spiels direkt einen Wechsel in der Tabellenposition zur Folge hat. An diesem 16. Februar hatte die 2. Herrenmannschaft der Basketballspielgemeinschaft Kisdorf Kaltenkirchen nun die Möglichkeit den 1. Platz in der Bezirksklasse Süd, und damit den Aufstieg, perfekt zu machen. Der Gegner war kein geringerer als die TuS Esingen Eagles, der als Tabellenzweiter die einzige Mannschaft in dieser Liga war, die noch die Möglichkeit hatte die bis hierhin ungeschlagenen Gäste aus Kisdorf aufzuhalten.

Schon das Hinspiel im Januar ging denkbar knapp mit 45:44 für den Tabellenführer aus, somit durfte man getrost davon ausgehen, dass die Eagles in eigener Halle auf gar keinen Fall Geschenke zu verteilen hatten. Da nichts anderes als der Aufstieg auf dem Spiel stand, und man auf keinen Fall in die Situation gebracht werden wollte, durch eine Niederlage einer möglichen Nervosität in den letzten beiden Saisonspielen die Tür zu öffnen, sollte die Motivation für dieses Spiel kein Problem darstellen.

Angeführt von Teamkapitän Jotis Chorozidis ging es ins Spiel, Manndeckung gegen die körperlich starken Gastgeber hatte sich schon beim Hinspiel als richtig erwiesen. Doch dieses Spiel sollte sich einmal mehr als Herausforderung für das Nervenkostüm erweisen. Was vor 3 Wochen noch richtig erschien, wurde vom Gegner so erwartet und sofort konsequent ausgenutzt. Anstatt die Zone zu beschützen, wurde durch einfache Fehler genau der Weg frei gemacht. Eine schnelle 6:0 Führung für die Heimmannschaft war die Folge. Es wurde auch, zum wiederholten Male, die spielerische Konsequenz im Angriff massiv vernachlässigt. Die im Training erarbeiteten Spielzüge wurden fast gänzlich außen vor gelassen und nur starken Einzelaktionen von „Cap“ Chorozidis und Joshua Assogba war es zu verdanken, dass man den Gegner nicht komplett davoneilen ließ. Eine schnelle Auszeit und eine schnelle Umstellung in der Verteidigung beseitigten immerhin schon mal die Sorgen in der Verteidigung, die ab hier richtig stark agierte. Mit der Umstellung kam auch Routinier Michael Oelrichs ins Spiel, der für mehr Ruhe und Übersicht sorgte, aber auch mit dem Schmalhans im Angriffsspiel zu kämpfen hatte. Immerhin kann man das erste Viertel so einteilen: vor der Umstellung auf Zone waren Angriff und Abwehr stark durchwachsen, nach der Umstellung auf die Zonenverteidigung nur noch der Angriff. Dies sollte sich quasi bis zum Ende des Spiels so durchziehen. Man ging zwar mit einer 16:14 Führung in die zweiten 10 Minuten, aber der hauchdünne Vorsprung war nur der jetzt stabilen Verteidigung zu verdanken. Egal was das Trainerteam auch probierte, die Probleme im Angriff waren nicht aus der Welt zu schaffen, ein ordentliches Zusammenspiel wollte dem Team partout nicht gelingen.

Aber der Einsatz stimmte, vor allem in der Verteidigung. Immer wieder waren gute Aktionen zu sehen, zum Beispiel der schöne Block von „Cap“ Chorozidis, der im Zusammenspiel mit seinem Bruder Alexis diesem auch noch einen Steal ermöglichte. Allerdings war die Verteidigung nicht perfekt, man schaffte es zwar häufig den Gegner zu schlechten Würfen zu Zwingen, aber man ließ auch viele zweite Chancen zu. Ein Pausenergebnis von 30:29 für die BSG sprach Bände, zum Einen über die Punkteausbeute beider Mannschaften (die einen konnten nicht so richtig wegen guter Defense, die anderen wollten nicht so richtig, da es an Konzentration in der Offense fehlte), zum Anderen versprach dies ein ganz enges Spiel zu werden. Die Pausenansprache war klar: Fehler abstellen und zum Teamplay zurückfinden. Aber, und das macht in dieser Saison den größten Unterschied aus, was zu jeder Zeit und von jedem Spieler auf dem Platz gestimmt hat: der Einsatz, der Kampfeswille und die Unterstützung des gesamten Teams! Gesagt getan, auf in die letzte und hoffentlich aufstiegsentscheidende Spielhälfte!!

Mit dem großen Ziel vor den Augen dem absoluten Siegeswillen ging es zurück auf den Platz, und es änderte sich……nichts! Man war weiterhin von Einzelaktionen abhängig, das Offensivspiel lief sehr unrund und in der Verteidigung zwang man den Gegner weiterhin zu schlechten Würfen, gestattete davon aber zu viele. Aber was sich ebenfalls nicht änderte war der Teamgeist! Wenn es denn schon nicht so läuft wie geplant und gehofft, dann läuft es halt anders! Wenn der Erfolg nicht zusammen erarbeitet und eingetütet werden kann, dann wird er halt erkämpft und erzwungen!! Und auch wenn es Einzelaktionen waren, wie z.B. vom heute sehr starken Lars Schröder, der seine Dreier traf, als das Team es am Meisten brauchte, gilt: wenn 5 Mann auf dem Platz und 9 auf der Bank alle für ein und dasselbe Ziel kämpfen, ist es egal, wie die Punkte erzwungen werden, Hauptsache sie werden erzwungen! Und genau diese Mentalität ist die große Stärke der Mannschaft, dass jeder Spieler immer seinen Teil mit zum Erfolg beiträgt, egal auf welcher Seite des Feldes. War z.B. Silas Matern beim letzten Spiel gegen Mölln noch im richtigen Moment mit seinen erfolgreichen Würfen zur Stelle, war er heute in er Verteidigung mit guter Reboundarbeit und einem Block wichtig, Marius Stock hatte heute auch nur ein mal für 3 Punkte genetzt, verhinderte aber einige Angriffe der Gastgeber. Jeder stellte sich in den Dienst der Mannschaft, und man machte dem Namen Fighters bis zur letzten Sekunde alle Ehre. Die Probleme hörten bis zum Schlusspfiff nicht auf, die Trefferquote war trotz einiger Dreipunktetreffer weiterhin mangelhaft, das 3. Viertel ging mit 15:15 pari aus, aber der Kampfgeist war nicht nur ungebrochen, er stieg von Minute zu Minute an!

Der letzte Spielabschnitt würde die Entscheidung bringen, das Hinspielergebnis von 45:44 war genau nach 30 Minuten als Stimmungsmacher für die letzten 10 Minuten erreicht. Sofort zu Anfang des Viertels netzte Esingen zur Gastgeberführung ein, 45:46 gegen die BSGKK. Nun zerriss sich jeder Spieler in der Verteidigung. Ein ums andere Mal wurden die Gastgeber an Würfen gehindert, schlechte Würfe und die nun sehr gute Reboundarbeit sicherten den Fighters die Schlagdistanz zur erneuten Führung. Aber der eigene Angriff hakte weiterhin, es gab kein Trefferglück von außen, und die Pässe kamen nicht so, wie erhofft. Die Manndeckung der Eagles war druckvoll, aber nicht unbezwingbar, daher war es doppelt ärgerlich, dass zu wenig Chancen herausgespielt wurden. Erst nach 6 Minuten im letzten Viertel sorgte Lars Schröder für den ersten Korb, durch sehr gute Verteidigung und die tierische Reboundarbeit von u.a. Joshua Assogba, Michael Oelrichs und Sascha Möller ergaben die erneute Führung: 47:46. Nun folgten die letzten 180 Sekunden, und ab ging die wilde Fahrt. Freiwürfe für den Gegner besorgten die Eagles Führung, und wer, wenn nicht Kapitän Chorozidis sorgte Postwendend mit dem ‚Transition-Threepointer’ für eine 2 Punkteführung. Zwei weitere schnelle Körbe von Assgoba und Möller schienen das Spiel endgültig zu entscheiden, aber Gegner Kevin Lißner konterte sofort mit einem 3 Punkte Wurf für Esingen. Noch 60 Sekunden und Ballbesitz für die BSG, ein erfolgloser Angriff für die Fighters und wieder Defense, Defense, Defense. Und keine 30 Sekunden vor Ende provozierte man tatsächlich den Ballverlust und das Foul durch die Gastgeber. Der umkämpfte Einwurf landete über Center Sascha Möller beim Kapitän, dieser fand wenig später Schröder dessen Wurfversuch von Assogba nach Rebound zur 4 Punkteführung 7 Sekunden vor Schluss vergoldet wurde.

Der letzte Angriff der Esinger musste nur noch die letzten wenigen Sekunden verteidigt werden, und schon damit war der 56:52 Sieg und der Aufstieg perfekt, Herzschlagfinale inklusive. Dass der erste Matchball, obgleich all der Widrigkeiten (stärkster Gegner, Auswärtsspiel, kein Wurfglück, fehlendes Passspiel etc), so verwandelt wurde, ist schlicht saustark!! Die Teammentalität, die der Kampfname Fighters schon vorgibt, wurde komplett assimiliert und umgesetzt, jeder Spieler hat sich extrem verdient gemacht, egal ob erfolgreich beim Werfen oder nicht. Da sind zum Beispiel die jungen Spieler Felix Kubert, Alexis Chorozidis, Ragnar Schwill, Dustin Leonhard und Matz Lange, die zusammen nur auf 3 Punkte kamen, aber ohne deren Einsatz in der Verteidigung und auch im Angriff dieser Sieg nicht möglich gewesen wäre. Eine sehr starke Teamleistung, die allerdings noch nicht am Ende ist. Der Aufstieg mag zwar perfekt sein, aber die Saison ist erst dann komplett erfolgreich, wenn auch die letzten beiden Spiele verlustpunktfrei in Siege verwandelt und die damit perfekte Saison abgeschlossen werden kann. Es liegt noch Arbeit vor der Meisterfeier…

Es spielten: Joshua Assogba (15 Punkte), Jotis Chorozidis (14), Lars Schröder (11), Michael Oelrichs (8), Marius Stock (3), Felix Kubert (2), Sascha Möller (2), Alexis Chorozidis (1), Matz Lange, Silas Matern, Ragnar Schwill und Dustin Leonhard

Spielbericht von Marc Bockhold, 2.Herrencoach

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